Flugangst – mir hilft Schreiben

Aviophobie ist der Fachausdruck für das Phänomen der Flugangst bei dem laut Wikipedia schweißnasse Hände, flache Atmung und Übelkeit symptomatisch sind und unter dem ein recht großer Teil der Weltbevölkerung leidet – auch ich gehöre dazu und habe immer wieder Scheißangst.

Immer wieder und für mich leider überhaupt nicht vorhersehbar überfällt mich Flugangst. Da ich zum einen beruflich recht oft den Flieger nehmen muss, aber auch privat sehr gerne verreise, gibt es im Laufe eines Jahres eine Vielzahl von Möglichkeiten wo diese Plage eine Chance kriegt, meine Lebensqualität einzuschränken.

Es wurde zwar im Laufe der Jahre besser, auch vielleicht weil ich mich eben immer wieder dieser Angst stellen muss/will, aber ganz weg ist sie nach wie vor nicht.

In all den Jahren habe ich alle möglichen Mittel und Wege ge- und versucht, diese Ur-Angst in mir den Griff zu kriegen.

In einer Flugangst-Studie aus dem Jahr 2007 gaben der größte Teil der Befragten an, dass es die Angst vor dem Ausgeliefertsein (61,2%) sei. Auch ich erkläre es mir damit, dass ich mich generell schwer tue, jemanden zu vertrauen und gerne stets selber das Heft in der Hand habe.

Besonders unangenehm ist es für mich, dass das Auftreten einer solchen Panikattacke bei mir keiner für nachvollziehbaren Logik zu folgen scheint.

Manchmal absolviere ich 2-3 Flüge ohne Schwierigkeiten und ich denke schon: „Nun hast du es drauf …“ und schon beutelt mich beim nächsten Flug wieder eine ordentliche Attacke.

Start und Landung sind natürlich immer mit leichten Schweiß-Händen verbunden, aber ist erst einmal die Reiseflughöhe erreicht, genieße ich den Flug im Normalfall sogar.

In dieser Phase des Fluges herrscht im Flugzeug dann eine Geräuschkulisse, die mich sogar sehr fokussiert und produktiv sein lässt. 

Die Gründe dafür beschreibt beispielsweise auch Gail Hyatt (die Frau von Michael Hyatt) hier sehr gut. 

Da ich für mich festgestellt habe, dass der Flugangst wie den meisten Ängste nicht mit rationalen Argumenten beizukommen ist, gilt es hier sich zum Teil selbst zu überlisten. 

In den diversen Seminaren gegen Flugangst wird einem empfohlen, sich über Musik oder ein gutes Buch abzulenken. Wenn eine Attacke in mir hoch kommt, dann hilft mir weder das eine noch das andere, obwohl ich sehr gerne Musik zum Entspannen höre und sehr gerne ein gutes Buch lese. 

In solchen Phasen ist der Stresspegel dann schon so erhöht, dass meine Gedanken immer nur noch um die Angst vor der Angst kreisen und ich meine Gedanken nicht über Musik oder Lesen steuern kann.

Was mir aber definitiv hilft ist Schreiben.

Meist zücke ich schon vor dem Start mein iPad mit Tastatur und wenn ich das Gefühl habe, dass die Flugangst aufkommt, tippe ich wie verrückt einen Text in meinen IPad. 

Tippen von Texten scheint mein Gehirn dann doch so zu fesseln, dass die Gedanken an die Angst verdrängt werden. Sind es in einer stärken Panikphase eher sinnfreie Texte die ich in mein iPad hämmere, kann ich dann – wenn das Ganze etwas abgeklungen ist – meist schon wieder ganz gut Ideen für meinen Blog ausformulieren.

In Kombination mit guter Musik gelingt es mir dann wirklich sehr gut meine Angstgeister raus dem Kopf zu verjagen. Und meist sind sie dann auch genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind.  

Weitere Maßnahmen die im Laufe der Zeit für mich entdeckt habe, wären:

1.    Stress-Level generell tief halten

Immer wieder wird empfohlen eine Flugreise nicht bereits gestresst anzutreten. Das ist sicher richtig und wichtig und auch ich versuche meist gut ausgeruht meine Reisen anzutreten. Wenn es möglich ist plane ich am Reisetag auch noch eine kurze Sporteinheit ein, denn Sport ist eine große Hilfe den eigenen Stress-Level zu reduzieren. 

2.    Meine Flug-CD

Vielen Fluggästen macht genau so wie mir die viele Technik an Bord Angst. Auch ich hatte bei meinen ersten Reisen großen Bammel vor den unterschiedlichen Geräuschen die man hört oder auch nicht hört (Gleitflug). Hier ist sehr hilfreich sich ein bißchen mit der Technik vertraut zu machen. Es hilft schon zu wissen, dass in jedem Flugzeug jedes wichtige Gerät 3-fach oder oft auch 4-fach vorhanden ist. Ich habe hier die Hör-CD „Flugangst. Endlich wieder entspannt fliegen“ sehr geholfen. 

3.    Ein Blick auf die Wahrscheinlichkeit    

Das Argument vom "sichersten Fortbewegungsmittel" wirkt bei mir null und nada. 

Dieses Video auf Youtube jedoch, bei dem jeder Leucht-Punkt 1 Flugzeug im weltweiten Flugverkehr innerhalb von 24h darstellt, gibt dann selbst mir ein Gefühl für die Wahrscheinlichkeit und somit wieder ein Stück mehr Sicherheit. 

Wenn man sieht wieviel Flieger Tag für Tag unseren Himmel bevölkern, dann wird auch jemanden mit Flugangst klarer, dass es sehr (sehr, sehr) unwahrscheinlich ist, dass etwas passiert.

 

Leidet auch von euch jemand an Flugangst?

Wie geht ihr damit um?

Freue mich über eure Kommentare.