Vision - eine etwas andere Seminar-Erfahrung

Das Thema Vision  - ein Thema bei dem sich die Geister scheiden ...

Während viele sich für das Thema Vision und dem damit einhergehenden Frage zum Sinn des Lebens extrem begeistern können, sind viele andere (meistens eher die männliche Spezies …) derselben Meinung, wie der deutsche Altkanzler Helmuth Schmidt, dass derjenige der Visionen hat, zum Arzt müsse.

Auch ich selbst war lange Zeit hin und hergerissen, bin aber mittlerweile der Meinung, dass es sehr wertvoll und hilfreich ist, wenn man sich in schriftlicher Form seine eigenen Werte und Ziele fest hält.

Besonders bewusst wurde mir das wieder einmal im vergangen Jahr als ich eigentlich unbeabsichtigt (ja auch das gibt es, wenn eine Seminarausschreibung sehr unklar formuliert ist) ein Seminar zum Thema Vision besuchte. 

Das Seminar nannte sich "Überwinden eigener Grenzen" und wurde von Prof. Warschawski am renommierten Schweizer Institut ZFU angeboten. Warschawski wird dort als einer der Top-Stars gehandelt und für viele Führungskräfte gilt er als Geheimtipp. Auch ich selbst kam zum Seminar über einen begeisterten ehemaligen Teilnehmer.

Leider kann ich nicht unbedingt in den Chor der Begeisterten einstimmen. 

Prof. Warschawski ist natürlich schon aufgrund seines Alters und seiner langjährigen Tätigkeit im Bereich der angewandten Psychologie eine sehr interessante Persönlichkeit. Die Art wie das Seminar aufgebaut und durchgeführt wurde, war für meinen Geschmack etwas zu „amerikanisch“ und zu „old-school“.

Prof. Warschwawski ist sehr von sich selbst überzeugt ("don´t argue me" war öfters zu hören ...) und lässt daher kaum Meinungen der Teilnehmer zu. Sein Vortragsstil ist sehr „ex-catedra“ und deshalb aus meiner Sicht nicht mehr unbedingt state-of-the-art.

Durch diesen sein Stil, mit dem ich mich persönlich schwer tat, ist es für mich nicht ganz einfach den Inhalt des Seminars wirklich objektiv zu bewerten.

Im Großen und Ganzen muss ich schon bestätigen, dass mich der Inhalt dieses Seminars persönlich weiter gebracht hat, auch wenn ich einige der Inhalte bereits aus früheren Weiterbildungen kannte.

Schlussendlich zählt für mich bei jeder Weiterbildung der Inhalt und ob mich das Ganze in meiner persönlichen Entwicklung weiterbringt – und das hat es.

Prof. Warschawski verwendet eine Methode der Visionsfindung, bei der man in die Lage versetzt wird, am Ende des Prozesses, die eigene Vision mit einem (1) Wort (bei manchen klappt es nicht ganz und auch bei mir waren es schlussendlich 3 Begriffe) zu verschriftlichen. 

Ich muss eingestehen, dass mir eine derart komprimierte Form einer schriftlichen Vision noch nie untergekommen ist.

Dieser eine Begriff (oder wie eben in meinem Fall die 3 Begriffe) beschreibt wirklich sehr genau all dass was mich persönlich antreibt und was für mich Sinn ergibt.

Anhand dieser Begriffe kann man im Alltag sehr einfach abzuprüfen, ob die jeweilige Situation mit der eigenen Vision/Haltung konform geht oder nicht.

Der Prozess war wirklich sehr erkenntnisreich und auch spannend und das Ergebnis hat mir wirklich die Augen geöffnet.

Das Fazit für mich aus diesem etwas eigentümlichen Seminar:

  • Lass dich überraschen was das Leben mit dir vor hat.
  • Ab und zu lohnt es sich (mit sich selbst) zu kämpfen.
  • Der Erfolg gibt Prof. Warschawski Recht ;-) auch wenn ich vieles anders machen würde.

Habt auch ihr eigentümliche aber dann doch wertvolle Lehrveranstaltung besucht?

Würde mich über eure Erfahrung freuen.